Nachricht vom 21.04.2012
Knappe Niederlage im defensivgeprägten Heimspielfinale
Der BBC unterliegt dem FC Bayern mit 59:68
(mb)
Mit einer ordentlichen Leistung und 40 Minuten voller Kampf verabschiedete sich das Team des BBC Bayreuth von seinen Fans. In der ausverkauften Oberfrankenhalle herrschte einmal mehr hervorragende Stimmung, an der auch die 59:68 (25:34) Niederlage gegen den Play Off Teilnehmer FC Bayern München nichts änderte. Noch eine Stunde nach Spielende standen über 100 Fans in einer langen Schlange, um Autogramme der Mannschaft zu ergattern.
In das Team waren zum Heimfinale – es war gleichzeitig das 600. Heimspiel (1. und 2. Bundesliga) einer Bayreuther Mannschaft – zwei Spieler zurückgehrt. Zum einen Brandon Hunter, der
zuletzt drei Spiele gesperrt war, zum anderen
Kevin Hamilton. Der Point Guard absolvierte bislang nur die ersten beiden
Saisonspiele, war dann lange schwer verletzt und kämpfte sich in den letzten Wochen zurück ins Team. Für ihn war es eine Genugtuung, noch einmal in dieser Saison in das weiße Heimtrikot des BBC
schlüpfen zu können.
Schon in den ersten Minuten zeichnete sich ab, dass die Partie von zwei defensivstarken Teams geführt wird. Nach mehreren Fehlwürfen auf beiden Seiten – durch gute Abwehrleistungen bedingt
– fiel erst nach 2:43 gespielten Minuten der erste Korb des Abends: Demond Greene netzte einen Dreier für die Gäste ein. Die ersten Bayreuther Zähler kamen von Danny Gibson ehe die Bayern
durch Je’Kel Foster und Jared Homan auf 2:7 (5.) davonziehen konnten. In der sechsten Minute wurde dann
Kevin
Hamilton erstmals eingesetzt – unter großem Jubel von den Rängen. Nun lief es langsam besser, vom Einwurf weg legte
Kevin Hamilton in der achten Minute mustergültig für Ekene Ibekwe auf, der per Alley Oop zum 9:14 traf. Daran, dass die Bayern dennoch mit
elf Zählern Vorsprung in die erste Pause gingen lag an weiteren Dreiern: Robin Benzing und Jonathan Wallace erhöhten in der Schlussphase auf 9:20.
Sehr offen und ausgeglichen gestaltete sich der zweite Abschnitt. Auch hier wurden zunächst nicht viele Punkte markiert, gute Defensivleistungen machten das Spiel jedoch weiter sehenswert. Erst in
den letzten Minuten vor der Halbzeitpause gelang es dem BBC, den Rückstand leicht zu dezimieren. Großen Anteil daran hatte
Beckham Wyrick mit zwei Dreiern in Serie (23:31, 19.). Beim Stand von 25:34 ging es dann in die Kabinen.
Zurück aus der Pause verkürzte Brandon Hunter für den BBC, dann verpasste Chevon Troutman zweimal von der Freiwurflinie. In der 22. Minute gerieten Danny Gibson und Je’Kel Foster aneinander,
beide erhielten ein technisches Foul. Nach einem erfolgreichen 3 Punkt-Spiel durch Chevon Troutman setzte
Beckham Wyrick
einen weiteren Höhepunkt des Abends, als er mit Ablauf der 24 Sekunden-Uhr einen Dreier aus über neun Metern im Bayern-Korb versenkte – 30:39 (24.). Nach einem technischen Foul gegen die Bank
der Gäste traf
Simon Schmitz zwei Freiwürfe sicher, es folgten die besten Minuten des BBC. Ein weiteres technisches Foul,
diesmal gegen Robin Benzing, nahm
Simon Schmitz gerne an, verkürzte auf 36:40. Nach dem Ballbesitz wurde es sogar noch
enger, nach 27 gespielten Minuten hieß es nur noch 38:40 – Rain Veideman traf. Doch die Gäste agierten wie ein Spitzenteam, blieben ruhig und nutzten in der folgenden Minute zweimal Fehler
des BBC gnadenlos aus. Nach einem Doppelschlag von Chevon Troutman wuchs der Vorsprung in der 29. Minute wieder auf sieben Punkte, 38:45, an. In der Schlussminute des Viertels gab es ein weiteres
technisches Foul, diesmal gegen den BBC. Jonathan Wallace erzielte das 43:48, was gleichzeitig auch der Stand vor dem letzten Wechsel war. Dabei hätten die Gäste noch höher führen können, Steffen
Hamann vergab jedoch zwei Freiwürfe.
Im letzten Viertel verkürzte Brandon Hunter mit einem 3 Punkt-Spiel auf 46:50, ehe auf der Gegenseite Jan-Hendrik Jagla einen Offensivrebound in Punkte ummünzen konnte. Die Gäste spielten nun etwas
konzentrierter, nutzten fast jeden Angriff. Und so setzte man sich wieder bis auf zehn Punkte ab, wieder war es Jan-Hendrik Jagla, der in der 34. Minute zum 50:60 traf. Dies war eine kleine
Vorentscheidung, auch wenn die Gäste immer wieder einfache Punkte verpassten. So zum Beispiel Je’Kel Foster, der gleich drei Freiwürfe in Serie vergab. In der 36. Minute keimte nochmals
Hoffnung aus, als Ekene Ibekwe den Ball krachend im Münchner Korb versenkte. Doch nach dem 56:62 und einer Auszeit der Gäste ließ man nichts mehr anbrennen. Am Ende gingen die Punkte verdient in
die Landeshauptstadt, der Einsatz und die Moral war der BBC-Mannschaft jedoch neidlos anzuerkennen.
Nach der Partie ließen es sich viele Fans nicht nehmen, nochmals Autogramme der Spieler zu sammeln. Schnell bildete sich eine lange Schlange auf dem Spielfeld und die BBC-Mannschaft nahm sich viel
Zeit für die Fans, die in dieser Saison so zahlreich wie noch nie in der Clubgeschichte in die Halle strömten. 55.148 Zuschauer passierten die Türen der Oberfrankenhalle, das macht einen Schnitt
von 3.244 Fans pro Spiel, Platz zwölf in der Liga und eine Steigerung von 8,2 Prozent gegenüber der Vorsaison.
Beim letzten Spiel der Saison hängen die Trauben, wie schon im Vorjahr, schier unerreichbar hoch. Zum Abschluss der Spielzeit gastiert der BBC am kommenden Samstag, 28. April, ab 20 Uhr beim
Ligaprimus, den Brose Baskets in Bamberg.
Trainerstimmen:
Dirk Bauermann (FC Bayern München): „Ich fand es war ein sehr gutes Spiel, Bayreuth hat kämpferisch viel investiert. Wir haben es geschafft, am Anfang gut ins Spiel zu kommen, das war
wichtig. Immer, wenn Bayreuth zurück ins Spiel fand haben wir die richtigen Antworten gegeben und sind nie nervös geworden. Es war ein überzeugender Sieg gegen einen guten Gegner. Das tut gut und
unterstreicht die Entwicklung der Mannschaft in den letzten beiden Monaten. Das war gut für die kommenden Aufgaben.“
Marco van den Berg (BBC Bayreuth): „Gratulation an Dirk Bauermann und sein Team. Bayern ist eine sehr erwachsene Mannschaft. Immer, wenn wir die Chance für ein Momentum hatten sind sie sehr
ruhig geblieben und haben offensiv ruhig gespielt. Sie haben keine Dreier oder halboffene Würfe genommen. Homan und Troutman sind sehr gut, sie sind eine Verbesserung für München. Sie sind sehr
erwachsen in der Defense, haben keine Panik, spielen kein Kamikaze. Sie bleiben ruhig und warten, bis der Gegner Fehler macht. Und die haben wir gemacht. Das macht große Mannschaften aus. Wir waren
zu unruhig, hätten die Offense besser ausspielen müssen. Wir haben gekämpft, das hat in den letzten Wochen etwas gefehlt. Es war gut für die Fans so ein Spiel zu sehen.“
BBC Bayreuth – FC Bayern München
59:68 (9:20;16:14;18:14;16:20)
BBC Bayreuth: Wyrick 16, Hunter 15, Ibekwe 12, Hamilton 4, Gibson 4, Schmitz 4, Smith 2, Veideman 2, Spöler 0. Dreier: Wyrick 3.
FC Bayern München: Troutman 15, Homan 12, Wallace 11, Greene 9, Foster 8, Jagla 7, Benzing 3, Hamann 3, Schwethelm 0, Doreth 0. Dreier: Wallace 1, Benzing 1, Greene 1.
Wurfquote Feld gesamt: Bayreuth 37% (19/52), München 47% (29/62)
Dreierquote: Bayreuth 15% (3/20), München 25% (3/12)
Freiwurfquote: Bayreuth 78% (18/23), München 37% (7/19)
Rebounds (defensiv/offensiv): Bayreuth 40 (29/11), München 31 (23/8)
Turnover/Assists/Steals/Blocks: Bayreuth 20/10/3/2, München 10/11/0/2
Fouls: Bayreuth 20, München 22